Erasmus+-Leitfaden · Mobilitätskonsortien

Erasmus+-Mobilitätskonsortien erklärt

Aktualisiert für den Aufruf 2026 · Verfasst von der Trainerin bzw. dem Trainer, die bzw. der ihn vermittelt

Die Definition im Programmleitfaden ist kompakt: Ein Mobilitätskonsortium ist eine Gruppe von Organisationen aus demselben Land, die Mobilität im Rahmen eines gemeinsamen Erasmus-Plans durchführen und von einer Organisation – dem Koordinator – koordiniert werden, die eine Erasmus-Akkreditierung besitzen muss.

In der Praxis ist dies das Format für Schulnetzwerke, Kommunalverwaltungen, Lehrerfortbildungszentren sowie diözesane und regionale Bildungsorganisationen: Eine Organisation erledigt die Formalitäten einmal, und eine ganze Region nimmt an Mobilitäten teil.

Warum ein Konsortium koordinieren?

  • Eine Akkreditierung gilt für alle. Die Mitglieder benötigen keine eigene Akkreditierung – sie erhalten über Ihre Akkreditierung Zugang zu jährlicher Förderung.
  • Größere Reichweite ohne Wiederholung. Anstatt dass fünfzehn kleine Organisationen jeweils Anträge verwalten (oder daran scheitern), baut eine Geschäftsstelle die Abläufe auf: ein Erasmus-Plan, ein jährlicher Zuschussantrag, ein Berichtsprozess.
  • Bessere Gruppenlogistik. Ein konkretes Beispiel aus den Kursregeln: Eine einzelne entsendende Organisation darf höchstens 3 Teilnehmer für eine bestimmte Kurssitzung anmelden – ein Konsortium darf 10anmelden. Fortbildungswochen für ganze Teams werden möglich.

Die Regeln, die das Format bestimmen

  • Dasselbe Land, vollständig. Jedes Mitglied muss aus dem Land des Koordinators stammen. (Die Reise ist international, die Mitgliedschaft national.)
  • Der Koordinator beantragt, die Mitglieder nicht. Der Koordinator beantragt die Akkreditierung und beschreibt den Zweck und die vorgesehene Zusammensetzung des Konsortiums – eine genaue Mitgliederliste ist bei der Antragstellung nicht erforderlich, doch wesentliche spätere Änderungen erfordern einen neuen Antrag.
  • Eine Rolle pro Bereich. In einem bestimmten Bereich beantragen Sie entweder als einzelne Organisation oder als Konsortiumskoordinator – nicht beides.
  • Die Prüfung des Mehrwerts. Der Antrag wird danach bewertet, ob das Konsortium seinen Mitgliedern einen klaren Mehrwert bietet. „Wir kennen uns“ ist kein Mehrwert; gemeinsame Bedarfe, gebündelte Kapazitäten und ein gemeinsames Entwicklungsziel schon.

Wenn Sie als Schule den Beitritt zu einem Konsortium erwägen: Die Mitgliedschaft kostet Sie fast nichts – keine Akkreditierung, kein jährlicher Antrag – und ermöglicht Ihrem Personal über den Koordinator den Zugang zu geförderter Mobilität. Wenn eine regionale Stelle oder ein Netzwerk, dem Sie angehören, akkreditiert ist, fragen Sie nach. Wenn es in Ihrem Umfeld niemanden gibt, könnte die Rolle des Koordinators eine Chance für Ihre Organisation sein.

Die Aufgaben des Koordinators – ehrlich erklärt

Die Managementkriterien des Leitfadens gelten für das gesamte Konsortium – für einen Koordinator also für Aufgabenverteilung, Ressourcen, Kontinuität und die Integration der Ergebnisse in allen Mitgliedsorganisationen. Planen Sie realistische Stunden für die Koordination ein. Erfolgreiche Konsortien verstehen Koordination als Dienstleistung für die Mitglieder (qualitativ gute Kurse finden, Logistik organisieren, Berichte zusammenführen) und nicht als bloßes Weiterleiten von E-Mails.

Häufige Fragen

Benötigen Konsortiumsmitglieder eine eigene Akkreditierung?

Nein – nur der Koordinator muss die Erasmus-Akkreditierung besitzen. Genau darin liegt der Zweck: Ein akkreditierter Koordinator eröffnet jeder Mitgliedsorganisation den Zugang zu jährlicher Mobilitätsförderung.

Können die Mitglieder aus verschiedenen Ländern stammen?

Nein. Alle Mitgliedsorganisationen müssen aus demselben EU-Mitgliedstaat oder demselben mit dem Programm assoziierten Drittland stammen wie der Koordinator. Die Mobilität selbst ist transnational, das Konsortium ist national.

Kann auch das eigene Personal des Koordinators an Mobilitäten teilnehmen?

Ja. Konsortiumskoordinatoren können zusätzlich zu den Angeboten für ihre Mitglieder eigene Aktivitäten wie jede akkreditierte Organisation organisieren.

Wie viele Personen aus unserem Konsortium können an derselben Kurssitzung teilnehmen?

Bis zu 10 Teilnehmer aus demselben Mobilitätskonsortium können an einer bestimmten Kurssitzung teilnehmen – gegenüber 3 Teilnehmern aus einer einzelnen entsendenden Organisation. Das ist einer der praktischen Vorteile des Konsortiumsformats.

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